Hunde erkennen, wie wir drauf sind

Britische Forscher haben beobachtet, dass Hunde eine ähnliche Strategie verfolgen wie der Mensch, wenn sie ein menschliches Gesicht betrachten. Sie schauen zuerst auf die rechte Gesichtshälfte und lassen ihren Blick dort länger verweilen als auf der anderen Seite. Erst dann blicken sie auf die linke Seite. Bei uns Menschen ist das ähnlich. Auch wir schauen bei einem fremden Gegenüber erst einmal nach links, also auf die rechte Gesichtshälfte.

Man vermutet, dass es daran liegt, dass die rechte Gesichtshälfte die höheren Fähigkeiten besitzt, Gefühle auszudrücken. Das heißt, wir erkennen darin schneller, wie unser Gegenüber drauf ist: nett oder böse, fröhlich oder traurig. Es war in der Entwicklungsgeschichte bestimmt nicht von Nachteil, rechtzeitig zu wissen, ob mir mein Gegenüber wohlgesonnen ist oder nicht. Darum haben wir ja wahrscheinlich als Kulturtechnik auch den Handschlag entwickelt. So können wir sicher sein, dass damit kein Messer gegen uns geführt wird.

Aber in einem unterscheiden Mensch und Hund sich da doch: Macht beim Menschen das Gegenüber einen Kopfstand, schaut der Betrachter natürlich unten auf die rechte Seite, die dann auch wirklich die rechte ist. Der Hund macht das nicht. Er liest dann die falsche Gesichtshälfte aus und wird wahrscheinlich ganz verwirrt sein. Also nicht wundern, wenn unser Hund seltsam reagiert, wenn wir mal die Füße gegen den Himmel strecken.

Hund blickt unschuldig
Ich?! Nein, die Chipstüte hab ich nicht geleert

Aber im Normalfall und ohne Kopfstand: Unser Hund, na der will über den Blick auf die rechte Gesichtshälfte wissen, ob es Leckeres gibt oder nicht – oder ob wir sauer sind, weil er heimlich die Chips aus der Tüte aufgefressen hat ,um dann so zu tun, als würde er mit uns spielen wollen. Jedenfalls, die gemeinsame Präferenz zur Links-Blick-Tendenz lässt ein wenig verstehen, warum Hund und Mensch (und umgekehrt) sich so gut verstehen.