Neues Medikament gegen feuchte AMD

(Pro Retina) Das Augenarzneimittel BEOVU® (Wirkstoff: Brolucizumab) hat die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelzulassungsbehörde (EMA) erhalten. Neben Lucentis® und Eylea® ist BEOVU® nun das dritte Fertigarzneimittel zur Behandlung der feuchten Form der AMD. Für Patientinnen und Patienten ist die Einführung der neuen Arzneimitteloption mit der Hoffnung verbunden, dass sich Behandlungen vereinfachen.

Bei der feuchten Form der AMD wachsen neue, unnormale Blutgefäße aus der Aderhaut unter und in die Netzhaut ein. Aus diesen neuen undichten Gefäßen tritt Flüssigkeit aus, was eine Schwellung der Netzhaut verursacht. Je nach Lage der undichten Blutgefäße können Betroffenen in ihrer Sehkraft beeinträchtigt werden.
Die Hoffnung, die Patientinnen und Patienten in das neue Augenmedikament für die AMD setzen, beschreibt Dr. Claus Gehrig vom Fachbereich Diagnose und Therapie der PRO RETINA: „Die Behandlung einer feuchten AMD ist für ältere Betroffene oder auch Hochbetagte bisher oftmals mit viel Aufwand verbunden. Kurze Injektionsintervalle und zusätzlich regelmäßig erforderliche Kontrolluntersuchungen stellen für die zumeist mobilitätseingeschränkten Patienten und ihre Angehörigen große Herausforderungen dar. BEOVU® kann nach Angaben des Herstellers in längeren Behandlungsintervallen verabreicht werden. Die Behandlungshäufigkeit würde dadurch gesenkt und damit auch die Behandlungslast.“

Studien: Mit Wirkstoff Brolucizumab zu mehr Sehkraft
Bei dem Wirkstoff Brolucizumab handelt es sich genau wie bei EYLEA® (Aflibercept) und Lucentis® (Ranibizumab) um einen sogenannten VEGF-Antikörper. VEGF (engl. vascular endothial growth factor) ist für die Bildung von neuen Gefäßen im Auge verantwortlich. Brolucizumab bindet sich an diesen Faktor an. Der Wirkstoff reduziert dort die Neubildung von Netzhautgefäßen und somit die Ansammlung von Flüssigkeiten unter der Netzhaut.
„Die Zulassung von BEOVU® basiert auf zwei Studien“, erläutert Dr. Sandra Jansen, Beraterin und Koordinatorin des PRO RETINA Patientenregisters. Diese hätten gezeigt, dass Brolucizumab gegenüber Aflibercept nicht unterlegen war. Die Sehkraft habe sich unter Brolucizumab im ersten Behandlungsjahr verbessert. Dieser Effekt sei bis zur 96. Behandlungswoche nachweisbar gewesen.

Die Behandlungen können beginnen
Die Erstbevorratung von Augenärztinnen und Augenärzten mit dem neuen Medikament ist angelaufen, so dass BEOVU® nun auf dem Markt verfügbar ist und ab sofort eingesetzt werden kann.
Entsprechend der Fachinformation werden auch bei Beovu® zu Beginn drei Injektionen im Abstand von vier Wochen verabreicht. Nach den ersten drei Behandlungen soll je nach Krankheitsaktivität ein Behandlungsintervall von 8 oder 12 Wochen folgen.

Bei Fragen zum Medikament selbst oder zum Behandlungsschema von BEOVU® bittet PRO RETINA Betroffene, direkt mit der behandelnden Augenärztin oder dem behandelnden Augenarzt Kontakt aufzunehmen.