Homecare-Bereich bei Verteilung von Schutzausrüstung berücksichtigen

Die Medizintechnik im Deutschen Industrieverband SPECTARIS warnt vor einem Mangel an Schutzausrüstung im hochsensiblen Versorgungsbereich der respiratorischen Heimtherapie. Immer mehr Patientinnen und Patienten mit Atemwegserkrankungen werden in Deutschland von Homecare-Providern – nichtärztliche Leistungserbringer – zu Hause betreut und versorgt. Viele dieser Patienten sind auf ein Heimbeatmungsgerät oder die Versorgung mit Sauerstoff angewiesen. Beides wird ihnen von den Homecare-Providern zur Verfügung gestellt.

In Zeiten von COVID-19 erwarten verständlicherweise gerade die Patienten mit Atemwegserkrankungen, dass ihre Home-care-Provider – genau wie Ärzte und Pflegepersonal in Gesundheitseinrichtungen – entsprechende Schutzbekleidung tragen, um sich und insbesondere die versorgten Patienten gegen den für sie gegebenenfalls tödlichen Virus zu schützen. „Die Leistungserbringer im Bereich der häuslichen Beatmung und Sauerstoffversorgung melden, dass ihre Mitarbeiter schon in wenigen Tagen keine Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel mehr zur Verfügung haben, sodass beim Patientenkontakt die Gefahr einer Ansteckung und Übertragung droht“, betont Hubertus Lasthaus, Vorstandsmitglied der Medizintechnik bei SPECTARIS. Bezüglich der Verteilung von Schutzausrüstung appelliert der Verband an die Verantwortlichen, nicht nur an Arztpraxen, Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen zu denken, sondern auch die Homecare-Provider, insbesondere im Bereich der außerklinischen Beatmung und Sauerstoffversorgung, zu berücksichtigen.


„Wir erwarten nicht, dass wie im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung die Krankenkassen die Kosten für die Schutzausrüstung übernehmen. Was wir aber erwarten ist, dass die nichtärztlichen Leistungserbringer der respiratorischen Heimtherapie überhaupt eine Chance erhalten, Schutzausrüstung für ihre Mitarbeiter zu erwerben. Nur so kann eine sichere und ansteckungsfreie Betreuung und Versorgung im Homecare-Bereich sichergestellt und die weitere Verbreitung des Corona-Virus verhindert werden“, so Lasthaus abschließend.