EinDollarBrille benötigt Hilfe

CORONA setzt Engagement unter Druck

EinDollarBrille benötigt Hilfe

Auch die EinDollarBrille ist von der Covid-19 Pandemie stark betroffen. Die Arbeit musste in fast allen Projekten vorübergehend beendet werden. Der Vorsitzende Martin Aufmuht berichtet, dass die Teams vor Ort sehnlichst darauf warten, dass sie ihre Arbeit wiederaufnehmen und die Menschen mit Brillen versorgen können. Diese Hilfe sei jetzt wichtiger denn je – man sei dankbar für jede Unterstützung!

www.EinDollarBrille.de/Spenden

Froh ist Aufmuht, dass nicht nur der Jahresbericht 2019 (Jahresbericht 2019) mit vielen Bildern und spannenden Geschichten fertig gestellt wurde, sondern auch die neue Website online (www.EinDollarBrille.de) gegangen ist.

 

Liebe Freunde, Helfer und Unterstützer,

von der weltweiten Corona-Pandemie ist auch die Arbeit der EinDollarBrille stark betroffen. Seit mehreren Wochen können wir keine Augencamps mehr durchfüh ren, fast alle Aktivitäten in den Projektländern mussten eingestellt werden. Im Mittelpunkt stehen für uns der- zeit die Gesundheit unserer Mitarbeitenden und Patien- ten und die Erhaltung unserer so mühevoll aufgebauten lokalen Strukturen.

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Dabei ist unsere Arbeit heute wichtiger denn je: Im Oktober 2019 hat die WHO ihren ersten globalen Bericht zum Thema Sehen veröffentlicht. Danach bräuchten heute rund 950 Millionen Menschen eine Brille, können sich diese aber nicht leisten oder haben keinen Zugang zu augenoptischer Grundversorgung. Das sind Millionen von Kindern, die in der Schule nicht richtig lernen kön-nen, und unzählige Erwachsene, die nicht richtig arbei- ten können.

Diese Zahlen sind so groß, dass man sie gar nicht richtig fassen kann. Für mich werden sie erst greifbar durch meine persönlichen Begegnungen mit Menschen, denen wir mit einer Brille helfen konnten. So wie Alceneide, die ich in einem kleinen Dorf im Amazonasgebiet getroffen habe. Ihre EinDollarBrille war ihr beim Kanufahren in den Fluss gefallen und ihre Söhne mussten drei Stunden lang tauchen, bis sie die Brille endlich wiederfanden.

Oder das Mädchen in Äthiopien, das trotz seiner starken Kurzsichtigkeit gute Noten hatte. Wir fragten: „Wie machst du das, dass du so gute Noten hast, obwohl du so schlecht siehst?“ Sie sagte: „In der Pause gehe ich immer schnell vor an die Tafel und lerne alles auswen- dig. Dann setze ich mich wieder hin.“ Wie motiviert und intelligent muss ein Kind sein, um trotz seiner Fehlsich-tigkeit in der Schule zu bestehen?

Projektstart in Peru

So wie Alceneide und dem Mädchen in Äthiopien haben wir 2019 sehr vielen Menschen mit der EinDollarBrille neue Perspektiven eröffnet – in bestehenden, aber auch in neuen Projektländern: Im Frühjahr startete das neue

EinDollarBrille Projekt in Peru, getragen von der Schwei- zer Dieter Kathmann Stiftung. Dort ist seither eine mobile Optikeinheit in den bitterarmen, wüstenartigen Rand- bezirken der Hauptstadt Lima unterwegs. Den erfolg- reichen Start verdanken wir dem großartigen Einsatz von Max Steiner und seinem Team aus Bolivien, die das neue Team in Peru ausgebildet und in den ersten Wochen begleitet haben.

Unsere Schwester-Organisation EinDollarBrille Schweiz hat 2019 mit der Ausweitung ihres Projekts in Myanmar begonnen. In unserem jungen Projekt in Indien gelang 2019 durch eine Neustrukturierung unserer mobilen Optik-Teams endlich der Durchbruch mit stark gestiege- nen Brillenzahlen. In Burkina Faso ermöglicht unser dichtes Netz von rund 20 kleinen Brillenzentren inzwi- schen etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung dauer- haften Zugang zu augenoptischer Versorgung. Mit rund 70 Mitarbeitenden gehört die EinDollarBrille dort heute zu den großen Arbeitgebern. Insgesamt sind in unserenProjektländern inzwischen rund 220 Frauen und Männer beschäftigt, darunter einige Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Von ihrem Einkommen lebt oft eine ganze Großfamilie.

Ihre Unterstützung wird benötigt!

Unsere Hilfe wird durch die derzeitige Krise noch wichti- ger: Durch die Corona-Pandemie sind viele Gesundheits- systeme in unseren Projektländern stark überlastet. Für die augenoptische Versorgung der Menschen können sie noch weniger tun als zuvor. Auch dieses Mal trifft es die Ärmsten am härtesten.

Seit ich die EinDollarBrille 2012 gegründet habe, konn- ten wir über 260.000 Menschen mit Brillen versorgen. Im Rahmen von über 3.000 Augencamps wurden inzwi- schen fast eine halbe Million Sehtests durchgeführt. Dass wir so vielen Menschen helfen konnten, verdanken wir Ihnen allen: rund 300 ehrenamtlichen Helfern aus Deutschland, der Schweiz und den USA, unseren Part- nern und Spendern. Helfen Sie mit, dass die EinDollar- Brille die derzeitige Krise gut übersteht und wir die Arbeit in unseren Projekten sobald wie möglich mit vol- ler Energie fortsetzen können. Für Ihre Unterstützung danke ich Ihnen schon jetzt ganz herzlich!

Ihr Martin Aufmuth, 1. Vorsitzender