AOV NRW: Gleich zwei Jubiläen

Gleich zwei Jubiläen kann der Augenoptiker- und Optometristenverband NRW (AOV NRW) in diesem Jahr feiern: Das Bildungszentrum Augenoptik (BZAO) in Dortmund feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen! Seit immerhin schon 10 Jahren besteht das zweite Bildungszentrum des AOV NRW im Haus der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf. 

Erfolgsmodell 

Schon Mitte der 1960er Jahre beschloss die Augenoptiker-Innung für den Regierungsbezirk Arnsberg die Beteiligung der Innung am Bau des von der Kreishandwerkerschaft geplanten „Bildungszentrums Handwerk“ (BZH) in Dortmund als Einrichtung zur Aus- und Fortbildung. 1970 fand schließlich die erste Überbetriebliche Ausbildung in Verantwortung der Augenoptikerinnung Arnsberg im BZH statt. Im ersten Jahr wurden insgesamt 88 Teilnehmer in 9 Lehrgängen hier geschult. Zwei Jahre später, im Oktober 1972, wurde beschlossen, einen zweiten Unterrichtsraum im Bildungszentrum der Kreishandwerkerschaft in Dortmund-Körne zu kaufen. Dadurch konnte auf 32 Ausbildungsplätze aufgestockt werden. Ab dem 1. Januar 1973 wurden dann die Azubis der Innung Münster in Dortmund geschult; gleichzeitig wurde ein zweiter Ausbilder eingestellt. Ab 1979 folgte dann die Innung Detmold. 1980 wurde ein dritter Schulungsraum angemietet – insgesamt 48 Ausbildungsplätze standen so zur Verfügung. In Dortmund werden alle Auszubildenden aus dem Bereich Westfalen geschult.

2010 wurde der zweite Ausbildungsstandort für die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) in NRW in Düsseldorf eröffnet. Damit dies geschehen konnte, hatten sich die damaligen Augenoptikerinnungen Düsseldorf, Rhein-Ruhr und Aachen darauf verständigt, ihre bis dahin an verschiedenen Standorten stattfindenden Ausbildungsbemühungen am Standort der ÜLU der AOI Düsseldorf zusammenzuführen und den Anforderungen entsprechend auszubauen. Beschlossen wurde, dem AOV NRW die Trägerschaft zu übertragen. Im Jahr 2011 übernahm der AOV NRW dann auch die Trägerschaft des Bildungszentrums der AOI Arnsberg in Dortmund. 2014 zog das Bildungszentrum Dortmund schließlich in eigens umgebaute, top moderne Räumlichkeiten mit speziellen Anpass- und Theorierräumen um.

In zwei Bildungszentren mit durchschnittlich etwa 2.100 Teilnehmerwochen werden seitdem Auszubildenden in sechs Wochen innerhalb der dreijährigen Ausbildungszeit praktische und theoretische Inhalte unter Einsatz modernster Technik vermittelt.

Immer unterrichteten in den Bildungszentren hochmotivierte, qualifizierte Ausbilder. Und wer einmal dort arbeitet, der möchte irgendwie auch nicht mehr weg. Das zeigt die geringe Fluktuation unter den Mitarbeitern. So war bspw. Augenoptikermeister Michael Beckmann über 40 Jahre in Dortmund tätig! Heike Bruns war bis zu ihrem Tod im Juni dieses Jahres fast 25 Jahre engagierte Ausbilderin in Dortmund. Bereits seit zehn Jahren als Ausbilder in der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung im BZAO mit dabei sind Christopher Hinrichsen und Patrick Ramrath. Christopher Hinrichsen beschreibt seine Aufgabe so: „Die Ausbildertätigkeit in der ÜLU ist wichtig für mich, weil ich täglich meine Kreativität einbringen kann und ein abwechslungsreiches Aufgabengebiet habe. In diesem tollen Team kann es so gerne 50 Jahre weitergehen.“

In beiden Bildungszentren sind regelmäßig sechs Augenoptikermeister beschäftigt. Aktuell schulen Christopher Hinrichsen, Yvonne Maashofer, Patrick Ramrath, Nathalie Winter und Britta Nolte die angehenden Augenoptiker und Augenoptikerinnen in Dortmund und Düsseldorf.  

Auch die Qualität ist und war stets herausragend: Beispielsweise wurde der damalige Leiter der Schulungsstätte in Dortmund-Körne, Augenoptikermeister Dieter Schulz, 1989 für vorbildliche Leistungen im Bereich Nachwuchsausbildung mit dem Léon-Hauck-Preis ausgezeichnet.

 „Ein großes Dankeschön an alle ausbildenden Betriebe!“

Auch zukünftig sollen die hohen Anforderungen an die Qualität des Bildungsangebotes sichergestellt werden. Ute Limberg, Geschäftsführerin AOV NRW: „Unser Bestreben ist es, auch zukünftig den hohen Standard unserer Ausbildung zu gewährleisten und auch die Veränderungen, die der Beruf erfährt, in der Überbetrieblichen Ausbildung abzubilden. Daran werden wir gemeinsam mit allen Ausbildern und Verantwortlichen auch weiterhin konsequent arbeiten.“ Ein großes Dankeschön richtet Ute Limberg auch an alle ausbildenden Betriebe: „Denn ohne sie ginge es nicht und ohne sie würden wir diese Jubiläen nicht feiern können. Ausbildung ist wichtig und die Bereitschaft, auszubilden ist in der Augenoptik in NRW hoch – sogar in diesem Jahr, in dem viele Branchen aufgrund der Corona-Krise deutlich weniger Ausbildungsverträge zählen als in den Vorjahren. In der Augenoptik ist das anders und das zeigt auch, die Branche ist krisenunabhängig und stark. Wir sind unseren ausbildenden Mitgliedsbetrieben sehr dankbar für ihre Bereitschaft, ihren deutlichen Willen auch in 2020 auszubilden.“