Änderung der Krankentransport-Richtlinie tritt in Kraft

Mit der Anpassung der Krankentransport-Richtlinie ist nun auch die Verordnung von Krankenbeförderungsleistungen durch Krankenhäuser im Rahmen des Entlassmanagements möglich. Soweit es für die Versorgung der oder des Versicherten unmittelbar nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erforderlich ist. Die Änderung ist seit dem 4.3.2020 in Kraft. Die Richtlinie und der Beschluss können unter folgendem Link auf der Homepage des Gemeinsamen Bundesausschusses eingesehen werden. 

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https://www.g-ba.de/beschluesse/4114/

Des Weiteren gab es Änderungen, die das Genehmigungsverfahren für Krankenfahrten zur ambulanten Behandlung für mobilitätsbeeinträchtigte Menschen betreffen. Das betrifft auch Augenkranke, die viele ärztliche Behandlungs- und Kontrolltermine wahrnehmen müssen, dies ohne Unterstützung aber kaum oder gar nicht bewältigen können. Das kann eine feuchte AMD, ein diabetisches Makulaödem oder eine andere Erkrankung sein. Auch dieser Beschluss ist seit dem 4.3.2020 in Kraft und kann unter folgendem Link eingesehen werden. 

https://www.g-ba.de/beschluesse/4112/

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Vereinfachter Zugang – für wen gilt das?
Seit dem 01.01.2019 gilt für dauerhaft mobilitätsbeeinträchtigte Personen eine gesetzliche Genehmigungsfiktion. Das bedeutet: Für sie gilt die Genehmigung der Krankenfahrt mit einem Taxi oder Mietwagen mit Ausstellung der Verordnung als erteilt. Eine Genehmigung durch die Krankenkasse ist allerdings weiterhin erforderlich, wenn die Beförderung zu einer ambulanten Behandlung mit einem Krankentransportwagen erfolgen muss. Dies kann beispielsweise aufgrund einer benötigten medizinisch-fachlichen Betreuung während der Fahrt erforderlich sein.

Einen vereinfachten Zugang zur Krankenbeförderung bei ambulanter Behandlung haben:
– Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (blind) oder „H“ (Hilflosigkeit)
– Menschen mit einem Pflegegrad 3, 4 oder 5 bzw. bei Einstufung in den Pflegegrad 3 und einer zusätzlichen, dauerhaften Beeinträchtigung der Mobilität
– Menschen, die bis zum 31. Dezember 2016 in die Pflegestufe 2 eingestuft waren und seit 1. Januar 2017 mindestens in den Pflegegrad 3 eingestuft sind.

Eine Verordnung von Fahrten zur ambulanten Behandlung ist auch für Versicherte möglich, die keinen Nachweis nach Absatz 3 Satz 1 besitzen, wenn diese von einer der Kriterien von Absatz 3 Satz 1 vergleichbaren Beeinträchtigung der Mobilität betroffen sind und einer ambulanten Behandlung über einen längeren Zeitraum bedürfen. Das kann der Fall sein, wenn trotz bestehender Mobilitätseinschränkungen noch kein Schwerbehindertenausweis mit den genannten Merkzeichen vorliegt oder noch kein entsprechender Pflegegrad festgestellt wurde und die Behandlung der Grunderkrankung eine hohe Behandlungsfrequenz über einen längeren Zeitraum erfordert (also viele Termine) und wegen der Folgen der Erkrankung (also z. B. eine starke Seheinschränkung) die Beförderung unerlässlich ist.

Verordnung auch im Rahmen des Entlassmanagements möglich Mit der Anpassung der Krankentransport-Richtlinie ist nun auch die Verordnung von Krankenbeförderungsleistungen durch Krankenhäuser im Rahmen des Entlassmanagements möglich, soweit es für die Versorgung der oder des Versicherten unmittelbar nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erforderlich ist.

Quellen: Der Paritätische Gesamtverband und “Blickpunkt Auge 2020-06” des DBSV