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Welt-Orthoptik-Tag: Was machen Orthoptistinnen?

Der Weg zum guten Sehen erfordert häufig Teamwork. Wer wegen Problemen mit seinem Sehvermögen Rat in einer Augenarztpraxis sucht, wird möglicherweise nicht nur vom Augenarzt untersucht und behandelt, sondern abhängig von der Fragestellung zuweilen von Augenarzt und Orthoptistin gemeinsam betreut. Am 5. Juni, dem Welt-Orthoptik-Tag, machen Augenärzte und Orthoptistinnen auf den Stellenwert dieses staatlich anerkannten Gesundheitsberufs aufmerksam.

Das Wort Orthoptik stammt aus dem Griechischen und heißt auf Deutsch „Geradesehen“. Es bezeichnet den Bereich der Augenheilkunde, der die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Schielerkrankungen, Sehschwächen (Amblyopie), Störungen des beidäugigen Sehens, Augenzittern (Nystagmus) und Augenbewegungsstörungen umfasst. Eine Orthoptistin – männliche Orthoptisten sind selten – tritt also vor allem dann in Aktion, wenn ein Patient schielt oder zum Beispiel bei neurologisch bedingten Augenkrankheiten. Sie übernimmt in Absprache mit dem Augenarzt sowohl diagnostische als auch therapeutische Aufgaben in der „Sehschule“, wie orthoptische Abteilungen in Augenarztpraxen und -kliniken häufig genannt werden.

Von besonderer Bedeutung ist in der Sehschule die Untersuchung und Behandlung von Kindern, die schielen. Denn in der Kindheit entwickelt sich das Sehvermögen erst nach und nach. Schielt ein Auge, dann kann das Kind kein räumliches Sehen erlernen und es besteht auch die Gefahr, dass das betroffene Auge keine volle Sehschärfe erreicht, sondern amblyop (sehschwach) wird. „In der Amblyopievorsorge arbeiten Augenärzte und Orthoptistinnen seit Jahrzehnten erfolgreich Hand in Hand“, sagt Prof. Dr. Klaus Rüther, Leiter des Ressorts Strabologie – Neuroophthalmologie im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Orthoptistinnen untersuchen und behandeln indes auch erwachsene Patienten. Einerseits können die oben genannten Krankheiten auch im Erwachsenenalter auftreten, andererseits sind die Fachkräfte zunehmend auch im Bereich der Low Vision-Versorgung aktiv. Hier unterstützen sie Menschen mit Sehbehinderungen, die spezielle Hilfsmittel wie vergrößernde Sehhilfen benötigen.

„Orthoptistinnen sind für zahlreiche Augenarztpraxen und -kliniken wertvolle Mitarbeiterinnen, deren Kompetenz auch von den Patienten geschätzt wird“, betont Rüther.

Welt-Orthoptik-Tag am 5. Juni

Der Welt-Orthoptik-Tag findet in jedem Jahr am ersten Montag im Juni statt. Die International Orthoptic Association (IOA) ruft zu diesem Tag dazu auf, weltweit über die Aufgaben und Ziele der Orthoptik zu informieren. Die IOA, die vor 50 Jahren gegründet wurde, ist ein Zusammenschluss von nationalen Berufsverbänden, darunter ist auch der Berufsverband der Orthoptistinnen Deutschlands e.V. (BOD, www.orthoptik.de)

Quelle: BVA