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Verbundprojekt zur Vorhersage individueller Therapieverläufe

„Therapieprädiktion durch OCT und Patientendemografie in der Ophthalmologie“ oder „TOPOs“, so lautet der etwas sperrige Name eines gemeinsamen Forschungsprojektes der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg, der Universität Rostock, der Hochschule Mittweida und der Averbis GmbH.

Makulaerkrankungen stellen die häufigste Ursache für bleibende Sehminderungen und Erblindungen in den Industrienationen dar. Bis vor wenigen Jahren war eine Therapie dieser Makulaerkrankungen kaum möglich. Mittlerweile existieren vielversprechende Therapieformen, die auf der Injektion von VEGF-Inhibitoren in den Glaskörper des Auges beruhen.

Vorhersage von Therapieverläufen sicherstellen
Prof. Dr. Andreas Stahl, Geschäftsführender Oberarzt und Leiter der Arbeitsgruppe Angiogenese am Universitätsklinikum Freiburg, erklärt hierzu:
„Bisher können wir allerdings noch keine verlässlichen Vorhersagen über den Therapieverlauf individueller Patienten machen.“ So können z.B. derzeit keine individuellen Prognosen hinsichtlich Anzahl der Injektionen, Abstände, möglicher Pausen oder Rezidivgefahren erstellt werden.

Die Idee des gemeinsamen Forschungsprojektes besteht darin, krankheitsassoziierte OCT-Daten (OCT=Optische Kohärenztomografie, die genaue Darstellung von Gewebeschichten der Netzhaut mittels Laserlicht), klinische Befundtexte und demographische Faktoren aus unüberschaubar großen Datenmengen durch automatische Analyse von Arztbriefen und OCT-Netzhautbildern aufzubereiten und automatisch zu klassifizieren. „Wir wollen den Augenärzten ein intelligentes Instrument in die Hand geben, mit welchem sie in Zukunft möglichst verlässliche Vorhersagen über den individuell zu erwartenden Therapieverlauf treffen können“, erläutert Dr. Daumke vom Konsortialführer Averbis. Personalisierte Behandlungspläne ermöglichen dabei im Idealfall künftig eine optimale Anpassung der Therapie an jeden einzelnen Patienten und unterstützen den Behandlungserfolg durch verbesserte Information für Patienten und behandelnden Arzt.

Multidisziplinäres Projektkonsortium
Das auf drei Jahre ausgelegte Verbundvorhaben „TOPOs“ wird von einem international erfahrenen, multidisziplinären Expertenteam aus den Bereichen Medizin, Computerlinguistik, Computergrafik sowie Medieninformatik umgesetzt, an dem die Averbis GmbH, die Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg, die Universität Rostock und die Hochschule Mittweida beteiligt sind.

Quelle: live-pr.com vom 12.07.2017