Akkommodierende IOL: Zwei Mechanismen wirken

Sep 7th, 2009 | By HJH | Category: Aktuell, Besser Sehen, Refraktive Chirurgie

Eine neuartige Intraokularlinse (IOL) ist nun auch in Deutschland verfügbar. Sie stellt die Akkommodation wieder her und funktioniert wie die natürliche Augenlinse: Durch gezielte Verformung stellt sie sich auf Nah-, Zwischen- und Fernbereiche des Sehens ein. IOL werden bei der Operation des Grauen Stars (Katarakt) eingesetzt, um die getrübte Augenlinse zu ersetzen. Üblicherweise wird eine klare Monofokallinse mit Fernkorrektur verwendet, so dass noch eine Sehhilfe für den Nah- und Zwischenbereich nötig ist. Alternativen dazu sind bi- oder multifokale IOL. Da sie mehrere Brennpunkte haben, verbessert sich zwar die Nah- und Fernsicht, doch im Intermediärbereich ist sie nicht optimal. Hinzu kommen häufig Beeinträchtigungen durch schwache Kontraste, Halos und Blendung. Um diese Nachteile zu überwinden, wird seit Jahren und auf unterschiedliche Art und Weise versucht, eine IOL zu entwickeln, die selbst akkommodiert.

Mit der Crystalens HD ist nun eine neue Generation dieser Linsen in Europa eingeführt worden, die erste akkommodierende IOL, die von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen wurde. Sie hat zwei Wirkmechanismen: Primär eine eigene Vorwärtsbewegung in Richtung Iris, wodurch die IOL sich auf die Nähe einstellt. Ein zweiter, zusätzlicher Mechanismus für bessere Nahsicht ist eine durch ein neues Optikdesign bedingte Brechkraftänderung. Im Gegensatz zu Multifokallinsen wird nur ein einziges Bild auf die Netzhaut projiziert. Es entsteht also jeweils nur ein Fokuspunkt, wodurch nach Angaben des Herstellers eine hohe Bildqualität erreicht wird. Das Risiko von Blendungen und Halos werde dadurch erheblich reduziert. Die optimierte Linsen-Vorderfläche verstärke die Schärfentiefe, so dass die Nahsicht ohne Kompromisse bei der Fern- und Intermediärsicht habe verbessert werden können.

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